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Wenn China etwas glaubt ...
Es ist schon eine Weile her, soll hier aber nicht vergessen werden: Die Nachrichtenagentur für Wirtschafts- und Finanznachrichten dpa-AFX hat am 19. August 2011 unter der Überschrift „China demonstriert Zuversicht in US-Wirtschaft“ Erstaunliches berichtet, nämlich dieses: „Trotz der weltweiten Sorgen um eine neue Rezession glaubt China an eine Erholung der amerikanischen Wirtschaft.“ Pekings Regierungschef Wen Jiabao habe seine „volle Zuversicht“ (Zitat Wen Jiabaos) geäußert, „dass die USA ihre Schwierigkeiten bewältigen und ihre Wirtschaft auf den Weg eines gesunden Wachstums zurückbringen könnten“ (zitierter Wortlaut der Meldung).
Nun muss man erstens wissen, dass China als wichtigster Gläubiger der USA enormes Interesse daran hat, dass es den USA wirtschaftlich möglichst bald besser geht. Davon aber abgesehen, ist es keinesfalls die Aufgabe von Journalisten (und erst recht nicht die einer Nachrichtenagentur) Glaubenssätze zu verkünden - schon gar nicht die eines Gläubigers.
Wie will man wissen, ob Wen Jiabao etwas glaubt? Allenfalls er selber könnte dies bestätigen, und der chinesische Premierminister wird den Teufel tun, uns an seinen Gedanken teilhaben zu lassen. Was Journalisten also bleibt, ist allenfalls mitzuteilen, jemand habe gesagt, er oder sie glaube an dieses oder jenes. Der Rest ist Deuten oder Erklären – oder auch Schweigen.


