Neues vom sexuelmerkt

In einem Leitartikel über ein aufsehen- (und nicht nur das) -erregendes Buch, dessen Titel hier geflissentlich verschwiegen werden soll, hat Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung vom 18. August 2011 einen denkwürdigen Satz geschrieben. Oder sagen wir mal so: Von all seinen gewohnt denkwürdigen Sätzen ist der folgende der denkwürdigste:

"Wenn es denn so wäre - und wenn das Misslingen und Gelingen eines Lebens mit Mann und KIndern in sexuelmerkt, wenn sie die jüngere Frau so anl befreiten Verhältnissen denn tatsächlich der Gegenstand dieses Buches wäre." (Zitat Ende)

Dieser Satz geht einem aufmerksamen Leser hinunter wie Öl. Zwar klingen die Wörter sexuelmerkt und anl merkwürdig unvertraut, aber einen Großteil ihrer Spannung bezieht die Aussage gerade aus ihnen.

Es könnte natürlich auch sein, dass der Streik etlicher Zeitungsredakteure am 17. August auch bei der SZ auf unerfindliche Weise in manchen Artikeln des Folgetages seine Spuren hinterlassen hat. Womöglich ist alles noch hektischer zugegangen als sonst.

Aber Steinfelds archivwürdiger Satz zeigt, dass Arbeitsniederlegungen zu viel mehr gut sein können als zu einer etwas höheren Bezahlung der Streikenden.