Energien zum Erneuern?

Physiklehrer dürfte stets Bauchgrimmen überfallen, wenn sie vom Siegeszug erneuerbarer Energien hören. Denn im Grunde kann Energie weder vernichtet noch erneuert werden; ihre Gesamtmenge in einem abgeschlossenen System bleibt vielmehr konstant. Auch unsere Sonne wird irgendwann einmal ihr Leben ausgehaucht haben, was die Solaraktien jedoch nicht noch weiter in den Keller fallen lassen kann, weil Menschen, die solche Aktien kaufen könnten, dann nicht mehr leben werden -  schon mangels eines Planeten Erde, der bis dahin längst von der aufgeblähten Sonne geschluckt und verbrutzelt worden sein wird.

Doch soll man in Medien nun allen Ernstes von "erneuerbarer Energie" sprechen, wo doch eigentlich nur Energie aus einem Energieträger (zum Beispiel fließendem Wasser) in Energie eines anderen Energieträgers (zum Beispiel Strom und später Wärme) umgewandelt werden kann?

Man sollte nicht, doch inzwischen muss man es wohl oder übel, da dieser Begriff längst sein uneinholbares Eigenleben führt. Hiergegen wäre noch viel schwerer anzukommen als mit Hilfe des Wortes Klapprechner gegen den längst eingebürgerten Laptop.

Doch von einem "Winderzeugungsrad" muss man deshalb noch lange nicht sprechen -  so zu lesen in der neuen saarländischen Zeitschrift "Forum" (www.magazin-forum.de). Das wäre schon was Tolles, doch gemeint ist allenfalls ein Windenergie-Erzeugungsrad - oder eine Windenergie-Anlage.